www.lhp-rechtanwaelte.com
StartSteuerstrafrechtSteuerstrafverfahrenSteuerfahndungsprüfung / Durchsuchung

Steuerfahndungsprüfung: Durchsuchung durch die Steuerfahndung

Soforthilfe und Rechtsberatung bei Steuerfahndungsprüfung

Die Steuerfahndung kommt zumeist überraschend. Sie können jetzt Fehler vermeiden, indem Sie unverzüglich einen unserer Verteidiger einschalten. Die Verteidigung beginnt - anders als in anderen Strafrechtsfällen - sofort. Der Steuerfahnder sollte von Beginn an unter dem Eindruck ermitteln, dass alle seine Tätigkeiten überprüft werden. In Steuerstrafverfahren sollte daher so früh wie möglich ein versierter Verteidiger hinzugezogen werden, um eine Verteidigungsstategie zu erarbeiten. Denn in vielen Fällen kann bereits zu Beginn des Verfahrens der Grundstein für spätere Strafmilderungsgründe gelegt werden.

Der mit der Einleitung eines Strafverfahrens verbundenen Belastung unserer Mandanten tragen wir Rechnung, indem wir diese Verfahren diskret und mit dem nötigen Einfühlungsvermögen führen. Dies insbesondere im Anschluss an eine psychisch sehr belastende Hausdurchsuchung durch die Steuerfahndung. In dieser Zeit tritt oft eine für den Mandanten nur schwer zu ertragende scheinbare Ruhe ein, in der die Steuerfahnder die beschlagnahmten Unterlagen auswerten. Wir sind mit solchen Situationen vertraut und stehen Ihnen beratend zur Seite.  

  • Häufig hilft schon die Erkenntnis, dass im Steuerstrafverfahren die Uhr nicht gegen, sondern für den Mandanten tickt. Die nach einer Durchsuchung oft sehr starke Identifizierung des Fahnders mit dem Fall und die hiermit verbundenen Emotionen lassen nach. Gleichzeitig steigt der Erledigungsdruck. Beides fördert die Einigungsbereitschaft auf Seiten der Finanzverwaltung.
  • Selbstverständlich erläutern wir Ihnen den voraussichtlichen Ablauf des Verfahrens. Einem „Davonlaufen der Phantasien“ in dieser Phase der scheinbaren Ruhe und Ungewissheit versuchen wir vorzubeugen, indem wir mit Ihnen besprechen, was Ihnen im schlimmsten Fall voraussichtlich drohen kann und erläutern die Möglichkeiten für eine Selbstanzeige.

Unsere Tipps wie Sie sich im Falle einer Steuerfahndungsprüfung verhalten sollten:

1. Ernstfall Steuerfahndung - Bewahren Sie Ruhe!

Die Steuerfahnder stehen vor der Tür und wollen herein. Bewahren Sie Ruhe! Widerstand gegen die Maßnahme ist zwecklos und schadet eher. Die Durchsuchung kann jetzt nicht mehr verhindert werden. Erfahrungsgemäß werden in den ersten 30 Minuten einer Durchsuchung - auf beiden Seiten - viele Fehler gemacht. Durch besonnenes ruhiges Handeln können Sie Fehler auf Ihrer Seite vermeiden.

2. Durchsuchungsbeschluss oder Gefahr in Verzug?

Verlangen Sie, dass man Ihnen den Durchsuchungsbeschluss zeigt und Ihnen eine Kopie aushändigt. Aus dem Beschluss ist ersichtlich, ob es sich um eine Durchsuchung beim Beschuldigten (Sie sind selbst verdächtigt) oder um eine Durchsuchung bei einem Dritten (jemand anderes ist verdächtigt) handelt. Achten Sie auf den im Beschluss genannten Umfang der Durchsuchung. Nur Unterlagen, der im Beschluss genannten Steuerarten und -jahre dürfen - wenn nicht Gefahr in Verzug vorliegt - beschlagnahmt werden. Liegt kein Beschluss vor, kann die Durchsuchung nur wegen Gefahr im Verzug gerechtfertigt sein. Lassen Sie sich in diesem Fall die Gründe für das Vorliegen der Gefahr im Verzug darlegen und halten Sie diese am besten schriftlich fest.

3. Vermeiden Sie Außenwirkungen

Zur Aufrechterhaltung des normalen Geschäftsbetriebes: Vermeiden Sie Außenwirkungen! Widerstand gegen die Maßnahme ist zwecklos und schadet eher. Bitten Sie die Fahnder vom Eingangsbereich weg, am besten in einen separaten Raum.

4. Was dürfen die Fahnder?

Die Fahnder dürfen - wenn nicht zugleich ein Haftbefehl vorliegt - keine Personenzwang ausüben: Stubenarrest und Telefonsperre sind grundsätzlich unzulässig. Benachrichtigen Sie Ihren Steuerberater und / oder Rechtsanwalt, diesen dürfen Sie in jedem Fall anrufen. Er wird sofort kommen. Bitten Sie die Fahnder, bis zu seinem Eintreffen zu warten. Verpflichtet sind die Fahnder dazu nicht.

5. Schweigen ist Gold!

Schweigen ist Gold! Geben Sie - unabhängig davon was Ihnen die Fahnder versprechen - keine Erklärungen zur Sache ab. Durch unbedachte Äußerungen können Strafverfahren nicht gewonnen, möglicherweise aber verloren werden. Für eine Selbstanzeige ist es zu spät. Weisen Sie auch Ihre Mitarbeiter an, unbedingt zu schweigen.

Entbinden Sie Ihren Steuerberater nicht von seiner Schweigepflicht! Regelmäßig erscheinen die Steuerfahnder zeitgleich bei Ihnen und Ihrem Steuerberater, um Beweismittel zu erlangen. Nicht selten versuchen die Fahnder, den Beschuldigten dazu zu bewegen, seinen Steuerberater von seiner Schweigepflicht zu entbinden. Sie erzeugen den Eindruck, eine Kooperation zahle sich aus.

Die Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht bringt den Steuerberater jedoch in eine schwierige Situation: Im Falle einer solchen Entbindung muss der Steuerberater alle Unterlagen an die Fahnder herausgeben - auch solche, die dem Vertrauensverhältnis unterliegen, wie z. B. Schriftwechsel, den Sie mit ihm geführt haben. Er ist bei jeder Vernehmung den Fragen der Ermittlungsbehörde schutzlos ausgeliefert und kann sich nicht mehr auf sein gesetzlich verbrieftes Zeugnisverweigerungsrecht berufen.

6. Lassen Sie die Fahnder nicht allein

Lassen Sie die Fahnder nicht bei der Durchsuchung allein. Stellen Sie zum Beispiel Mitarbeiter für jeden Fahnder ab, die diese beobachten. Dabei dürfen die Fahnder jedoch nicht aktiv bei ihrer Arbeit behindert werden. Es droht sonst eine Strafbarkeit wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Safes und Schränke müssen auf Verlangen geöffnet werden, Computer dürfen von den Fahndern bedient werden.

7. Bestehen Sie auf eine Beschlagnahme

Geben Sie die gefundenen Unterlagen nicht freiwillig heraus, bestehen Sie auf eine Beschlagnahme. Dies ist eine taktische Notwendigkeit. Nur gegen eine Beschlagnahme können Rechtsmittel eingelegt werden, wenn die Durchsuchung unzulässig sein sollte. Lassen Sie über die beschlagnahmten Unterlagen ein ausführliches Verzeichnis erstellen. Die Angaben "Kiste mit Schriftstücken" oder "Aktenordner" genügen nicht. Fertigen Sie Kopien der Unterlagen, um Ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.

8. Dokumentation ist wichtig

Erstellen Sie nach der Durchsuchung ein Gedächtnisprotokoll über die Einzelheiten. Bitten Sie ggf. auch Ihre Mitarbeiter, dies zu tun. Mit ausreichend Informationen können Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Steuerberater / Rechtsanwalt optimal vorbereiten.

Die Checkliste für den Ernstfall Steuerfahndung in der Übersicht:

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss zeigen.
  3. Erfassen Sie die Namen der Fahnder.
  4. Verständigen Sie Ihren Rechtsanwalt/Steuerberater.
  5. Vermeiden Sie Aufsehen. Bitten Sie die Fahnder in einen separaten Raum.
  6. Geben Sie keine Erklärungen zur Sache ab.
  7. Lassen Sie die Fahnder nicht allein.
  8. Geben Sie Unterlagen nicht freiwillig heraus. Bestehen Sie auf eine Beschlagnahme. Kopieren Sie die Unterlagen, die zur Aufrechterhaltung Ihres Geschäftsbetriebes erforderlich sind.
  9. Fordern Sie ein detailliertes Beschlagnahmeverzeichnis.
  10. Erstellen Sie nach der Durchsuchung ein Gedächtnisprotokoll.
LHP: Rechtsanwälte, Fachanwälte für Steuerrecht, Steuerberater PartG mbB
Köln

Theodor-Heuss-Ring 14, 50668 Köln,
Telefon: +49 221 39 09 770

Zürich

Stockerstrasse 34, 8002Zürich,
Telefon: +41 44 212 3535